Kultur

Ein Jahrzehnt Superar Suisse: Begegnungen durch Musik

Anna Schmitt12. Juni 20262 Min Lesezeit

Vor einem Jahrzehnt wurde Superar Suisse ins Leben gerufen, mit der Absicht, Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichsten sozialen Hintergründen die Möglichkeit zu geben, sich durch Musik zu entfalten. In einem Land, in dem der Klang der Alphörner oft mit Tradition verbunden wird, ist es bemerkenswert, wie ein modernes Orchester aus jungen Menschen mit verschiedenen Biografien zu einem Mikrokosmos der Gesellschaft avancierte.

Jedes Jahr versammeln sich Hunderte von Kindern und Jugendlichen zu Proben, treten in Konzerten auf und erleben dabei nicht nur die Freude am Musizieren, sondern auch die Kraft der Gemeinschaft. Eine mutige Entscheidung, die nicht nur dem individuellen Talent, sondern auch dem sozialen Miteinander dient.

Einer der Teilnehmenden, ein 14-jähriger Schüler aus Zürich, erzählt: „Das Orchester ist mein Safe Space.“ In seinen Augen ist es ein Ort, an dem er ohne Vorurteile und Leistungsdruck sein kann, wo Musik eine universelle Sprache spricht und jede Note eine Verbindung schafft. Diese Aussage könnte als Klischee abgetan werden, wäre sie nicht so treffend für die Realität der Teilnehmer.

Ein Raum für Verbindungen

Die Frage, wie Musik Brücken schlagen kann, wird hier tagtäglich beantwortet. In einem Land, in dem Differenzen oft durch kulturelle und wirtschaftliche Barrieren geprägt sind, findet im Orchester ein harmonisches Miteinander statt. Die musikalische Ausbildung fördert nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch soziale Kompetenzen. Teamarbeit, Disziplin und Empathie entstehen nicht selten zwischen den Takten und Harmonien, die die jungen Musiker gemeinsam erarbeiten.

Die Konzerte, die Superar Suisse regelmäßig veranstaltet, sind nicht nur für die Familie und Freunde der Teilnehmenden gedacht; sie sind ein Fest der Vielfalt. Wenn die ersten Melodien erklingen, gesellen sich viele Zuhörer in den Saal, um die schüchternen, aber stolzen Musiker zu feiern, die für einen Moment im Scheinwerferlicht stehen. Die Anspannung wandelt sich schnell in Freude, wenn das Publikum applaudiert. Es ist ein überwältigendes Gefühl – nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Zuschauer, die die Entwicklung und das Engagement der Orchester-Mitglieder mitverfolgen dürfen.

Ein neues Kapitel in der Geschichte von Superar Suisse wird bald aufgeschlagen. Im Jubiläumsjahr sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, die die Erfolge der letzten zehn Jahre würdigen und gleichzeitig neue Perspektiven eröffnen. Neben klassischer Musik wird auch Platz für moderne Kompositionen geschaffen, die die Vielfalt der Teilnehmenden widerspiegeln.

Superar Suisse hat sich als mehr etabliert als nur eine Musikschule. Es ist ein Ort der Hoffnung, der Möglichkeiten und des Miteinanders – und das ist wohl die wichtigste Lektion, die aus einem Jahrzehnt voller Töne und Emotionen hervorgeht.

NetzwerkVerwandte Beiträge